Wie alles begann und warum es nicht aufhört
Das Projekt widmete sich der künstlerischen Auseinandersetzung mit der Stadt Halle in den 1990er und frühen 2000er Jahren. Im Mittelpunkt standen Erfahrungen, Erinnerungen und gesellschaftliche Stimmungen dieser Zeit. Die sogenannten „Baseballschlägerjahre“, waren eine Phase gesellschaftlicher Umbrüche und rechtsextremer Gewalt in den Nachwendejahren, die in Ostdeutschland bis heute nachwirkt.
Ausgangspunkt der künstlerischen Untersuchung war ein Foto aus Thomas Heises Dokumentarfilm „Stau – Jetzt geht’s los“ (1992), der junge Neonazis in Halle-Neustadt porträtiert. Dieses Bild wurde zum zentralen Motiv der weiteren Arbeit, in der Erinnerungen, historische Spuren und atmosphärische Zustände in eine malerische Sprache übersetzt werden.
Die daraus entstandene Arbeit „Im Feld“ und besteht aus neun großformatigen, monochromen Gemälden. Sie bildet ein Panorama aus fragmentarischen Szenen und Figuren – wartende, sitzende, liegende Körper, die eine Atmosphäre von Stillstand und Unsicherheit ausstrahlen. Die Bildsprache verweist auf Themen wie Leere, Lethargie und Perspektivlosigkeit, die für viele Menschen in den Transformationsjahren prägend waren.
Durch die Reduktion der Farbigkeit auf Orange mit blauen Akzenten wird die Vergangenheit in einer abstrakten, zeitlosen Form vergegenwärtigt. Die Arbeiten schaffen einen Erinnerungsraum, der nicht dokumentarisch, sondern emotional und empathisch wirkt. Ziel ist es, verdrängte Geschichten und kollektive Erfahrungen dieser Epoche sichtbar zu machen und zugleich einen universellen Zugang zu Themen wie Verlust, Wandel und gesellschaftlicher Verantwortung zu eröffnen.
1988 in Halle (Saale) geboren | 2010–2015 Studium Kommunikationsdesign/Illustration bei Prof. Georg Barber, Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle | 2015–2019 Studium Bildende Kunst/Malerei an der Hochschule für bildende Künste Hamburg (HFBK) | 2017 Karl-Heinz-Ditze-Stipendium (Nachwuchsförderung) | 2020 Arbeitsstipendium der Stadt Hamburg | 2021 Zukunftsstipendium der Hamburgischen Kulturstiftung | Einzelausstellungen (Auswahl): 2020 "Ostwerk", Westwerk, Hamburg; 2018 "Bitte nicht nach Hause schicken" (Installation), Hamburg; 2017 "Lange Nacht der Museen" (Performance), Deichtorhallen, Hamburg | Gruppenausstellungen (Auswahl): 2022 "Opening Exhibition G2 Schaulager", G2 Kunsthalle, Leipzig; 2024 "04179 – Spinnerei Galerien zu Gast im Wirkbau", Eröffnung Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025, Chemnitz | lebt und arbeitet in Leipzig (Stand: Oktober 2025)
Links
Website des Künstlers



