Zwischen den Gleisen
Susanne Langbehn entwickelt mit Zwischen den Gleisen einen poetischen Kurzdokumentarfilm über Menschen in Sachsen-Anhalt, über deren Herkunft, Zukunft und persönliche Lebensentscheidungen. In Regionalzügen entstehen zufällige und intime Gespräche mit Reisenden auf dem Weg zur Arbeit, Ausbildung, Familie oder zu Freundinnen und Freunden. Ausgehend von der Frage „Wo kommst du heute her und wo geht es hin?“ erzählt der Film von Migration, Zugehörigkeit, Aufbruch und dem Wunsch zu bleiben oder wegzugehen. Dabei wird der Regionalzug zum Sinnbild eines Lebensabschnitts im Übergang – einem sozialen Zwischenraum, in dem flüchtige Begegnungen und ehrliche Gespräche möglich werden. Die Kamera beobachtet ruhig: Vorbeiziehende Landschaften, Spiegelungen, Hände, Taschen und Lichtstimmungen verdichten sich zu einem atmosphärischen Stimmenporträt einer Generation im Transit.
Was stell ich nun an mit diesem Sack voll Kupfergeld?
Susanne Langbehns Projekt bezieht sich auf den Brauch, dass die Braut ihre Hochzeitsschuhe mit Pfennigen bezahlen musste. Hintergrund: Je teurer die Schuhe, umso sparsamer galt die Frau und der Zukünftige glaubte, sich auf ein sorgenfreies Leben freuen zu können. Auch Susanne Langbehn sammelte Pfennige, später Centstücke und verwendete sie nun für eine künstlerische Arbeit: Sie prägte darauf einzelne Worte in der Buchstabengröße 1 pt, die zusammen Gedichte ergeben. Ihre Themen sind die Institution der Ehe, deren Risiken und Nebenwirkungen, mögliche Abhängigkeiten und Machtverhältnisse sowie Reflexionen über ihre romantischen Vorstellungen als junges Mädchen. Die Münzen sollen wieder in Umlauf gebracht werden. Da es sich dann nur um Teile des Werkes handelt, ist die Frage, was von einem Werk bleibt, wenn es zerstückelt wird und nur kurz Bestand hatte.
1990 in Wismar geboren | 2010/11 Studium Soziologie sowie sprachliche Kommunikation und Kommunikationsstörung sowie 2011/12 Lehramt Anglistik/Amerikanistik und Philosophie, Universität Rostock | 2012/13 Schmuckdesign bei Prof. Dipl.-Schmuckgestalterin Andrea Wippermann, Hochschule Wismar | 2017/18 Instituto Superior de Arte, Havanna, Kuba | 2014–21 Fachklasse Bild/Raum/Objekt/Glas an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle | 2023 Professional Media Masterclass von Werkleitz | seit 2014 Ausstellungsbeteiligungen u. a. in Putbus, Rostock, Leipzig, Havanna, Halle | lebt und arbeitet in Halle (Saale)
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