Loading...

Ulrike Mäder

Designerin

Arbeitsstipendium
Juni – November
2014

Irrlichter

Die Lichtobjekte von Ulrike Mäder sind von Irrlichtern inspiriert. Die kleinen Wesen aus purem Licht erscheinen im Dunklen, flackern auf und verschwinden wieder. Auf geheimnisvolle Weise entsteht ihr Lichtschein, körperlos, nicht greifbar. Während des Projekts „Irrlichter“ entstanden eine Reihe von Leuchten und Lichtobjekten: Sie lenken, leiten und reflektieren Licht, geben dem Lichtschein eine Form. Alle gehen geheimnisvoll mit der Lichtquelle um und erzeugen auf rätselhafte Weise Licht. Phänomene der Strahlenoptik werden genutzt, um poetische Bilder zu zeichnen, die elektrische Leitfähigkeit von Metallen lässt Leuchtenkörper strahlen. Die Objekte leben von starken Hell-Dunkel-Kontrasten zwischen beleuchteter Fläche und Umgebung. Im Vordergrund steht weniger die Gestalt des Objektes, als das erzeugte Licht. Daher sind alle Arbeiten in Material und Oberfläche auf das Wesentliche, auf die Funktion reduziert. Schmuck ist das Licht.

Bei den „Lichtkegel-Leuchten“ ist der Lichtkegel das Gestaltungselement: Er wird minimal gebündelt oder weit gestreut und erzeugt Muster an der Wand. Der variable Leuchtenkopf mit einer Glaslinse ermöglicht durch Ein- und Ausfahren einen unterschiedlichen großen Lichtaustritt. Zwei Leuchten entstanden: Die eine wirft einen einfachen Lichtkegel, der vom kleinen Lichtpunkt bis zur großen runden Fläche reicht, die andere macht kleine Lichtpunkte bis hin zu sich beinahe vollständig überlagernden Lichtkreisen möglich. Je größer der Abstand der Stehleuchten zur Wand ist, desto größer wird die beleuchtete Fläche.

Die von der Decke abgependelten „Glaskugel“-Leuchten kombinieren technische Kühle und mundgeblasenes Glas. Dieses umschließt eine LED und entblendet sie mit seinem weißen Innenfangglas. Der Glaskörper wurde in Zusammenarbeit mit der Glashütte Harzkristall realisiert.

Die LED-Technik ermöglicht es mit ihrer niedrigen Stromversorgung im Niedervolt-Bereich, Kontakte offen zu verbinden: Bei den „Kupfer-Ronden“ leitet der Leuchtenkörper den Strom zum Leuchtmittel und erzeugt Licht: Eine LED-Platine ist zwischen zwei Kupfer-Scheiben montiert, die direkt an den Strom angeschlossen sind. Die „Kupfer-Girlande“ wird ähnlich wie das papierne Inspirationsobjekt aufgezogen und zwischen zwei Punkten abgehangen. Diese leiten den Strom, so dass die Flächen als Plus- und Minus-Pol den Stromkreis über die LED schließen und sie zum Leuchten bringen.

Das „Glühfaden-Objekt“ ist eine Hommage an die Glühbirne. Der Fokus wird auf den Glühfaden gelenkt. Verwendet wird hier eine so genannte Allgebrauchslampe von Osram, deren Glühfaden besonders robust aufgehangen ist. Wird das Licht durch die Linse um das x-fache vergrößert, erscheint der Glühfaden überdimensioniert an der Wand. Das Objekt ist abgependelt und schwingt bei der kleinsten Bewegung, so dass der Glühfaden beinahe lebendig erscheint – gleich einem Glühwürmchen.

Die „Ring-Leuchte“ lässt die dahinterliegende Wand erstrahlen, ohne dass sichtbar wäre, woher das Licht kommt. Erst beim näheren Betrachten wird offensichtlich, dass der Ring das Licht aussendet und die Profilform es nach vorn verdeckt. Bei Berührung des Rings geht das Licht an oder aus oder es wird gedimmt.

Das Auftreffen von Sonnenstrahlen auf speziell reflektierende Oberflächen inspirierte die „Nordlichter“. Perlmuttbeschichtete Porzellan-Objekte erzeugen in der Reflektion farbige Lichteffekte, die einem Nordlicht gleich, ein Lichtspiel unterschiedlichster Formen und Farben erzeugen.

Vita
1984 in Eisenach geboren | 2004–2011 Studium an der Burg Giebichenstein, Kunsthochschule Halle, Fachbereich Industriedesign, Diplomabschluss | 2008–2009 Studium an der Danmarks Designskole, Kopenhagen im Bereich Möbeldesign | seit 2011 temporäre Mitarbeit bei pfarré lighting design, München sowie freiberufliche Designerin mit Studio im DesignHaus Halle | Auszeichnungen: 2003/2004 Arbeitsstipendium der Sparkassenstiftung Erfurt| 2008 Nominierung für den Hettich-Design-Award, 2012 DesignPLUS Award young professionals powered by Light&Building | Ausstellungen: 2007-2009 Teilnahme an „design from halle“ im Museum of Glass (suomen lasimuseo) Riihmäki (Finnland) und im Porzellanikon Selb; 2008 Teilnahme an Blickfang Stuttgart, DMY Berlin, Designers Open Leipzig, 2011 Zona Tortona, Mailand und DMY Berlin