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Arbeitsstipendium nach Großbrand

In der Nacht vom 27. auf den 28. Dezember 2017 sind auf Grund von Brandstiftungen drei große Gebäudekomplexe in Halle teilweise abgebrannt. In allen drei Gebäuden befanden sich Künstlerateliers ehemaliger Stipendiaten, die zum Teil vollständig ausgebrannt sind. Kunstwerke wurden unwiderruflich zerstört. Eine der betroffenen Künstlerinnen ist Annette Funke, die die gesamten Arbeiten, die wärhend ihres Armenienstipendiums entstanden, verloren hat. Während des Stipendiums hat sie mehrformatige schwarze Scherenschnittbilder angefertigt, die sich thematisch mit der Frage, welche Wechselbeziehungen Tradition und Moderne hinsichtlich Familie, Glaube und Moral miteinander eingehen, beschäftigen. Dies war eine der zentralen Fragen während ihres Armenienaufenthaltes. Die Künstlerin ist zu dem Ergebnis gekommen, dass sich die Formen in denen diese Werte gelebt werden sich verändern, doch die ihnen zu Grunde liegenden Handlungsmuster nicht. Einige dieser Handlungsmuster spiegeln sich in dem Arragement der Gegenstände wider, die auf ihre Verursacher hindeuten. Die Schnittbildfer zeigen kleine, zeitlose, situative Ausschnitte: Zwei Fische in einem Einkaufsnetz, ein aufblühender Magnolienstrauch vor einer laublosen Birke, eine Picknickszene mit Liebenspaar, ein Mädchen, das ein Kopftuch bindet und zwei spielende Kinder. Moderne und traditionelle Elemente sowie Gegenständliches und Abstraketes verschmelzen miteinander. Vorlagen für diese Bilder waren Fotografien von gesammelten und arrangierten Gegenständen sowie von Menschen. Ergänzt durch Zeichnungen und freie Schnittsequenzen haben sich die Bilder parallel entwickelt. Die Komposition der Papierschnitte ist festgelegt. Sie sind aus vorwiegend schwarzem gummierten Papier und haben unterschiedliche Formate und sollen ineinander verschachtelt nach Sinninhalten präsentiert werden.



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