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Ganz anders – Ein sinn-reiches Bucherlebnis für Alle

Antje Selligs Bilderbücher sind
nicht nur zum Anschauen da, sondern auch zum Anfassen und Fühlen. Während ihres
Stipendiums entwickelte sie zwei Bücher, die taktile Elemente beinhalten und
damit auch für Kinder mit Seheinschränkungen geeignet sind. Basis ihrer Idee
war ihr früheres Buch „Das Chamäleon“, das ebenfalls fühlbare Elemente enthält
und komplett in Handarbeit entstanden ist. Aufgrund des großen Interesses am
Konzept, weit über den sonderpädagogischen Nutzen hinaus, wollte sie nun ein
Buch entwickeln, das mithilfe etablierter Druck- und Veredelungstechniken
hergestellt werden und somit einer größeren Gruppe an Menschen zugänglich
gemacht werden kann. Dafür recherchierte sie zunächst
Techniken mit besonderen haptischen Qualitäten, die geeignet sind, verschiedene
Sinne anzusprechen. Inspiration holte sie sich unter anderem auf Messen für
Verpackungstrends und Papierneuheiten. Materialstärke, Verhalten und Oberfläche
des Bedruckstoffes entschieden jeweils über die geeigneten Verfahren, die sie
mit verschiedenen Druckereien ausprobierte. Entstanden sind schließlich zwei
Buchideen, in denen das Chamäleon weiterhin Protagonist bleibt. In dem
wandelbaren Tier fand Antje Sellig den idealen Charakter, um mit verschiedenen
Zuständen zu spielen. Das erste Buch geht besonders spielerisch und illustrativ
mit kleinen formalen Unterschieden um. So kann man Differenzen wie „müde und
munter“, „hungrig und satt“, „ganz und kaputt“ ertasten. Im zweiten Buch geht
es stärker um echte Materialkontraste, die durch den Einsatz unterschiedlicher
Beschichtungen hervorgerufen werden. Es ist ein Spiel beispielsweise mit
Rauheit und Glattheit, das durch sandigen, körnigen Druck und einer
Beschichtung mit UV-Lack hervorgerufen wird. Die qualitativ hochwertigen und
künstlerischen Bücher sind von entwicklungspsychologisch sinnvollem Nutzen:
Neben normaler Schrift enthalten sie auch Brailleschrift, sodass sie für Kinder
mit und ohne Seheinschränkung geeignet sind. Für die Umsetzung stellte Antje
Sellig schließlich einen Leitfaden für Druckereien zusammen, die die Produktion
übernehmen werden. 

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