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Go Asia! Das Artist-in-Residence-Programm für Bangkok

Während ihres dreimonatigen Aufenthalts in Bangkok konnte Kristin Hensel, vermittelt durch die Kunststiftung, in der renommierten Jim Thompson Thai Silk Company arbeiten. Der us-amerikanische Begründer der Firma trug in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wesentlich zum Aufbau der Seiden- und Textilindustrie in Thailand bei und machte die von dort stammende Seide zum gefragten Stoff der Pariser Haute Couture. Die Stipendiatin wurde von dem Unternehmen mit der Konzeption, dem Entwurf und der Umsetzung einer Modenschau im Auswärtigen Amt von Bangkok betraut. Bestandteil des Stipendiums waren verschiedene Ausflüge in das Land, u. a. zu den Produktionsstätten der Company in Korat, wo Kristin Hensel die Seidenherstellung von der Fütterung der Raupen über das Verweben der Fäden bis zur Veredelung der Textilien durch drucktechnische Verfahren verfolgen konnte.

One Night in Bangkok – God is a She – Sommerkollektion 2008
Weniger inspirierten Kristin Hensel in Thailand die für die meisten Touristen interessanten goldverzierten Tempelanlagen als die Lebensweise der durchschnittlichen Bevölkerung und ihre Fähigkeit, mit einfachen Dingen kunstvoll umzugehen. So sind thailändische Hosen nach europäischem Verständnis viel zu groß geschnitten und werden erst durch schlichte, aber effektvolle Drapierung in eine körpernahe Form gebracht. Die linearen Stoffmuster der traditionellen Sarongs der Männer regten sie zum Spielen mit graphischen Formen ebenso an wie die ihr unverständlichen thailändischen Schriftzeichen. Die Vorbilder reduzierte die Designerin auf ein Minimum an Linien – eine Schlichtheit, die auch bei Details wiederkehrt, die man erst bei näherem Hinsehen entdeckt: So bestimmen beispielsweise Hände die Taschenformen an ihren Kleidern – leicht zu übersehende Zeichen für erotisches Begehren und Betasten, ein Sinnbild für das Nachtleben von Bangkok, geprägt von Transvestiten, den so genannten Ladyboys.

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