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Im Land der Steine

Drei Ausschnitte von Alltagsszenen setzte Annette Funke während ihres Aufenthaltes in Papierschnittskizzen um: Eine Tischszene und den Blick aus ihrer Jerewaner Gastwohnung auf eine Leine mit wechselnden Wäschestücken. Slip und BH als erotisch aufgeladene Attribute stehen im Kontrast zur gestrickten Schafwollsocke. In ihrer Gegenüberstellung repräsentieren sie den Annette Funke extrem aufgefallenen Zusammenprall von Tradition und Moderne in Armenien. Diese Arbeiten sind Vorstufen zu ihrem Papierschnitt „Granatäpfel“, womit für die Künstlerin eine experimentelle, weiter zu verfolgende Phase beginnt. Sie verknüpft dabei Gegenständliches und Ornamentales. Die Muster sind sowohl an die Verzierungen von armenischen Alltagsgegenständen angelehnt als auch an die Ornamente der Kreuzsteine – kunstvoll behauene Gedächtnissteine mit einem Reliefkreuz, das von geometrischen und pflanzlichen Motiven umgeben ist. Sie sind eines der zentralen kulturellen Symbole Armeniens.

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