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Land der Steine

Das Gebirgsland Armenien
ist von Stein geprägt: Etwa 90 Prozent der Landesfläche liegen mehr als 1000
Meter über dem Meeresspiegel, spektakuläre Felsformationen bestimmen die
Landschaft. Prähistorische Zeichen erzählen von einer reichen Geschichte:
Petroglyphen aus der Vorzeit, urartäische Inschriften und Chatschkare
(Gedächtnissteine der Armenischen Kirche). Mit dem Ziel einer bildhaften
Annäherung an die Dichtung Armeniens begab sich Rolf Müller auf eine
Expedition nach Vorderasien. Er folgte dabei den Spuren des Zeichners Heinrich
Theodor Wehle, der zu Beginn des 19. Jahrhunderts gemeinsam mit
Wissenschaftlern zur Erkundung von Bodenschätzen im kaukasischen Raum
aufgebrochen war. Müller beschäftigte sich unter anderem mit den Texten
des Dichters und Übersetzers Hakob Movses. Der steinigen Landschaft zum Trotz
begegneten ihm dabei immer wieder Assoziationen mit dem Meer; beeinflusst
durch den vermeintlichen Fund der versteinerten Arche Noah auf dem Berg Ararat.
Während seiner Reise führt Müller ein Skizzenbuch und sammelt darin alles,
was ihm auffällt, was ihn bewegt. Wie in einem Tagebuch entstehen einzelne
Blätter, auf denen spontane Eindrücke frei und assoziativ zusammen kommen.
Ihn reizt vor allem das Armenien der einfachen Leute, außerhalb der Stadt, wo
sie ihr Land bestellen und dem steinigen Boden seine Früchte abringen.
Müller wandert durchs Gebirge und begegnet Menschen in einer noch
unverdorbenen, geradezu archaischen Landschaft. Sie inspirieren ihn, seine
farbigen und grafischen Blätter zeugen vom Selbstbewusstsein und der Kraft des
Volkes, seiner ganz eigenen Lebendigkeit und seiner Fantasie. Nach der
Rückkehr entsteht außerdem eine Reihe von größeren Pastellen, die wie eine
Chronik zu lesen ist: Sie beginnt mit dem Motiv der Petroglyphen und
führt über zehn Motive bis in unsere Zeit. Mit seinen Arbeiten möchte der
Künstler zu einem tieferen Verständnis für das Land und dessen Kultur
beitragen. 

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