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Buschulte-Chorraumfenster

Für das kleine romanisch-frühgotische Kirchlein St. Katharina in Flötz, nahe der ehemaligen anhaltischen Residenzstadt Zerbst, entwarf Wilhelm Buschulte farblich diskrete Fenster von großer Zurückhaltung. Es repräsentiert die strenge Spielart seiner Kunst. Die Kirche, ein kleiner rechteckiger Saalbau mit Flachdecke und bäuerlichem Barockinventar besitzt insgesamt 10 Fenster von sehr unterschiedlichem Format, darunter zwei frühgotische Lanzettfenster in der Chorwand, zwei romanische Rundbogenfenster sowie große Fensteröffnungen mit Segmentbögen, die in barocker Zeit eingebrochen worden waren, um mehr Licht in die Kirche zu bekommen.

Buschultes Entwurf, der den gesamten Raum mitdenkt, spielt mit der Unterschiedlichkeit der Fensterformen, erstrebt aber in einfachen ornamentalen Rapporten und im weitgehenden Verzicht auf Farben Einheitlichkeit und Harmonie des Gesamteindrucks. So folgen die Flötzer Fenster dem eleganten Grisaille-Stil, den Buschulte in den Domen von Ratzeburg, Hildesheim und Soest, der Frankfurter Paulskirche, dem Mönchengladbacher Münster und der Klosterkirche in  Marienstatt vorführte. Das für die Flötzer Chorwand entworfene Fenster mit dem Samenkorn zeigt die Fähigkeit Buschultes, die ornamentale Gestaltungsaufgabe mit unaufdringlicher Symbolik zu verbinden. 

Der Einbau zwei neuer Chorfenster von Buschulte macht das mittelalterliche Gotteshaus durch ein bedeutendes Werk zeitgenössischer Glasmalerei zu einer bemerkenswerten Kunststätte der Gegenwart.

30. August 2015 um 14 Uhr
Festlicher Gottesdienst mit
Einweihung der Buschulte-Chorraumfenster
an der Orgel: Kantorin Tekla Schönfeld
Ortsteil Flötz in Gödnitz am Ende der Seestraße in der St. Katharinen Kirche
Gödnitz ist ein Ortsteil der Stadt Zerbst/Anhalt

gefördert durch die Kunststiftung Sachsen-Anhalt und die Kloster Bergesche Stiftung

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