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IM INNEREN DES TURMES

MALEREI/ZEICHNUNG/GRAFIK VON HERBERT FRANZ

Entstanden ist der Bildtyp der Serie „Im Inneren des Turmes“ von realen Eindrücken in italienischen Kirchen. Das Bild „Perugia“ zeigt sogar die Gerüste, die in den dann programmatisch steiler gebauten Ansichten des „Inneren des Turms“ wiederkehren. Doch durch den Hinweis auf Gen. 11 bindet der Künstler die Innenräume direkt an das Motiv vom Turmbau zu Babel. Also eine Erzählung über die Ver­fehlung einer Menschheit, die den Weg ihrer Bestimmung verlassen hat, deren Hochmut, offenbar ihre einzige stabi­litas, bestraft werden wird.
Diese Innenraum-Blätter drohen nicht. Ihr Ausdruck oszilliert – wenn wir das Hin und Her so schnell wahrnehmen könnten – zwischen den angenehmen Wirkungen aus stabiler, rahmenparalleler Komposition und hellen Lichtfluten einerseits und den irritierenden Effekten der Dimensionen und der Tatsache, dass der Blick gefangen bleibt, anderer­seits. Dies sind keine Bauten für eine Wohligkeit, doch sie bleiben stehen. Landschaft ist Seelenbild, Interieur, Innenraum, sowieso. Man darf diese Eigenschaft von Bildern auf jedes Motiv übertragen. Über die Carceri von Giambattista Piranesi ist lange gerätselt worden. Wem wollte er mit diesen Kerkern drohen? Ihr Pathos, an dem ein gehöriger Anteil Entsetzen war, faszinierte ihn und andere. Die Verschraubungen des späten Barockkünstlers nach innen, nach unten geben den besten Rückraum für die Innenräume des Herbert Franz. Oder etwa die calvinistischen Kircheninterieurs des gleichen Jahrhunderts? (Meinhard Michael)

Eröffnung der Ausstellung ist am 09. Februar 2016, um 19.00 Uhr.

Im Inneren des Turmes
09.02. – 04.03.2016
Galerie Himmelreich
Breiter Weg 213b
Ecke Danzstraße
39104 Magdeburg
Di – Fr 12 – 18 Uhr und Sa 10 – 13 Uhr
sowie nach Vereinbarung

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