Loading...

Andreas Köppe

 Textilkünstler

Arbeitsstipendium
September 2023 – Februar 2024

Lost Paradises

Die vier während Stipendiums entstandenen großformatigen, experimentellen Bildgewebe entstanden als Gemeinschaftsarbeit von Andreas Köppe und seiner Partnerin Katharina Stark am eigenen Flachwebstuhl. Jedes Gewebe ist in Ausführung und Technik eigenständig, da jeweils bestimmte Ideen zum Gewebeaufbau und der Webtechnik sowie zum verwendeten Garnmaterial im Sinne der Verbindung von Malerei und Weberei umgesetzt bzw. ausprobiert wurden. Die vier Gewebe sind Prototypen als Grundlage für weitere Umsetzungen in der jeweiligen Technik. Die Arbeiten sind gewebte Bilder, welche gleichzeitig gewebt und gemalt sind. So sind Malerei und Weberei sowohl im fertigen Werk als auch in der Herstellung nicht voneinander zu trennen. Die Webkette wurde auf dem Atelierboden ausgelegt, gespannt und mit Textilfarben bemalt. Die später einzuwebenden Schussgarne wurden ebenfalls bündelweise bemalt und/oder in Farbe getaucht, um partielle und mehrfarbige Einfärbungen zu erzeugen. Nach der Bemalung wurde die Webkette auf den Kettbaum gewickelt, der dann in den Webstuhl eingehängt wurde. Im Webstuhl wird die Webkette unter Spannung wieder vom Kettbaum abgewickelt, sozusagen durch den Webstuhl „gezogen“ und auf der gegenüberliegenden Seite des Webstuhls durch den Eintrag der Schussgarne zu einem Gewebe verwebt. Im Webstuhl ist immer nur ein begrenzter Teil der Webkette und somit des zukünftigen Formats/Motivs sichtbar, insgesamt ca. 100 cm (davon 60 cm unverwebt und 40 cm verwebt). Der Rest ist noch auf dem Kettbaum aufgewickelt oder nach der Eintragung der Schüsse, also dem Prozess des Verwebens, ebenfalls wieder aufgewickelt, diesmal auf dem Warenbaum. Beide Partien sind nicht einsehbar, ohne die gespannte Kette zu lösen und das Gewebe abzuwickeln bzw. herauszuziehen. Während des Webens geht das nur bedingt, sodass kein Überblick über die gesamte zu bearbeitende Bildfläche möglich ist wie etwa der Maler beim Bearbeiten einer Leinwand. Deshalb macht Andreas Köppe und Katharina Stark viele Fotos während des Webens, um sich an die verschwindenden Bildbereiche zu erinnern und auf das Hergestellte zu reagieren. Reizvoll war für sie aber auch, nicht alles überblicken zu können. Spontanität und Freiheit in der Umsetzung sind ihnen wichtig. Deshalb wurde auch die bereits bemalte und in den Webstuhl gespannte Webkette weiterbemalt und unmittelbar darauf verwebt. Auch die farbigen Schussgarne ermöglichten es, den Bildeindruck und die Stofflichkeit / die Materialität des Gewebes zu beeinflussen.
Winckelmann-Stipendium
Oktober 2018 – März 2019

Fruchtbarer Irrtum - Das Fragment als Katalysator der Fantasie - Die Ruine als Inspirationsquelle

Im Rahmen des Stipendiums hat sich der Maler und Textilkünstler mit der Wirkung und Bedeutung der architektonischen Fragmente, der Ruinen und archäologischen Stätten der griechischen Antike auf unsere Aktualität und Wahrnehmung auseinandergesetzt. Fragmente regen die Fantasie an und lassen Raum für Irrtümer. Die Thematik wurde zeichnerisch, malerisch, plastisch, experimentell-bauend untersucht und an zeitgenössischen Werken reflektiert. Entstanden sind 18 Plastiken aus Beton und Gips unter Verwendung von Schalungsformen aus Bau- und Verpackungsresten mit Bezug auf die Deutung archäologischer, antiker Funde und Ruinen oder architektonischer Fragmente sowie ein Vielzahl an Zeichnungen in unterschiedlichen Formaten. Das Stipendium richtete sich an Künstlerinnen und Künstler aller Genres , die sich mit dem Werk von Johann Joachim Winckelmann, seiner Sicht auf die Antike sowie mit der antiken Kunst selbst beschäftigen möchten und beinhaltete Aufenthalte im Winckelmann-Museum Stendal, im Archäologischen Museum der Martin-Luther-Universität in Halle-Wittenberg, im Wörlitzer Park und in der Villa Romana in Florenz.

Arbeitsstipendium
September 2015 – Februar 2016

Die Poesie des Ungleichzeitigen (AT)

Der Textilkünstler hat während seines Stipendiums drei Jacquardgewebe (180 x 295 cm, ohne Titel), hergestellt, in dem sich nach einem neuartigen Prinzip der Bilderzeugung mehrere Motive im Gewebeaufbau verschränken. Die verschiedenen Motive werden je nach Lichtsituation und Standpunkt des Betrachters unterschiedlich stark sichtbar. Eine Kohlezeichnung (1:1) bildet die Motivvorlage für die Umsetzung des Gewebes. Der Künstler hat das Arbeitsstipendium dazu genutzt, um erstmals mit seiner neuen, gewebetechnischen Entwicklung Jacquardgewebe in eindrucksvollen Dimensionen zu realisieren. Dabei wurden drei Einzelbilder zu Mehrfachbildern verschränkt und industriell gewebt. Inhaltlich interessierte sich der Künstler für das Spannungsfeld von Anschauung, Vorstellung und Fantasie und die Gleichzeitigkeit unterschiedlicher Varianten der Wirklichkeit. Während des Stipendiums entstanden weiterhin sechs Kohlezeichnungen auf Leinwand (165 x 265 cm, ohne Titel), zwanzig Kohlezeichnungen auf Papier (DIN A3, ohne Titel) und dreißig Bleistift-, Tusche- und Pastellzeichnungen auf Papier (DIN A5, ohne Titel). Das Projekt zur Motivverschränkung in gewebten Bildern ist für Andreas Köppe künstlerisch noch nicht beendet, vielmehr ist ein Prozess in Gang gesetzt worden, in dem neue Ideen entstanden sind, die noch entwickelt werden.

Vita
1977 in Cottbus geboren │1997 Abitur in Cottbus │ 1998 – 2008 Studium an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle im Fachgebiet Malerei / Textile Künste bei Prof. Ulrich Reimkasten – Abschluss: Diplom für Bildende Künste und Anerkennung beim Kunstpreis der Stiftung der Stadt- und Saalkreissparkasse Halle │2008 – 2012 Studium der Architektur an der HTWK Leipzig │ seit 2008 Lehrauftrag »Zeichnen, Farbe, Komposition« an der Hochschule Magdeburg-Stendal im Studiengang Industrial Design und freier Mitarbeiter des Fachgebiets Malerei / Textile Künste von Professor Ulrich Reimkasten an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle │ lebt in Magdeburg