Loading...

„Meine liebste Otte!“ – Eine Hommage an die Bauhaus-Weberin und Burg-Lehrerin Benita Koch-Otte

Die Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt widmet der großen Textilkünstlerin und Designerin Benita Koch-Otte (1892–1976) eine Sonderausstellung.  Ausgehend von ihrem Wirken am Bauhaus in Weimar und als Leiterin der Handweberei-Werkstatt an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein Halle, wo sie im Mai 1933 von den Nationalsozialisten entlassen wurde, beleuchtet die Ausstellung erstmals auch ihre über zwei Jahrzehnte währende Arbeit in den Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel in Bielefeld.

Benita Koch-Otte gehört zu den einflussreichsten Textilkünstlerinnen des 20. Jahrhunderts, nur steht sie oft im Schatten ihrer Bauhaus-Freundinnen Anni Albers und Gunta Stölzl. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht die zeitgenössische Annäherung an „die Otte“, wie sie voller Respekt und Bewunderung am Bauhaus genannt wurde. Ihr Spiel mit Geometrie und Rhythmus, ihr Sinn für Farben und Emotionen begeistern noch immer. Die heutigen Künstlerinnen und Künstlertreten treten in einen Dialog mit ihrem Werk.

Textilkünstlerin Lisa Reichmann widmet Benita Koch-Otte einen „Lebensteppich“. Sie setzt dabei gestalterische Ansätze, Inhalte der Lehre und persönliche Stationen Koch-Ottes in vielfältigen textilen Techniken um. Zwischen Koch-Otte und Reichmann liegen rund 90 Jahre, und doch kreuzen sich ihre Wege an einem gemeinsamen Ort: der Burg Giebichenstein und in der Weberei-Werkstatt.

Der Berliner Designer Jürgen Dahlmanns sieht in den Arbeiten von Benita Koch-Otte ein Plädoyer für Emanzipation und Inklusion. Inspiriert von den einfachen Webkompositionen, die sie für das therapeutische Knüpfen in Bethel entwickelt hatte, entstanden in einer Manufaktur in Kathmandu handgeknüpfte Teppichstreifen, sogenannte Tsukden. Zusammengefügt, entsteht eine textile Landschaft der nepalesischen Weberin Amala.

Linda Grüneberg folgte den Spuren Benita Koch-Ottes in den Archiven der Bodelschwingschen Stiftungen in Bielefeld und dem Archiv der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle. Aus den textilen Entwürfen und Aquarellstudien entwickelt sie eine Grafikserie.

Unter dem Motto „Ein Kissen für Benita“ haben Helga Borisch, Johanna Bramble, Barbara Dimanski, Claudia Doelling, Murat Haschu, Fern Liberty Kallenbach Campbell, Anja Krämer, Dana László da Costa, Ingrid Müller-Kuberski, Susanne Ostwald, Rebekka Rauschhardt, Barbara Schmidt, Claudia Skoda, Saeri Uno und Dagmar Varady schönste Entwürfe für die müden Häupter des 21. Jahrhunderts ins Werk gesetzt. Ausprobieren ist in der Ausstellung ausdrücklich erlaubt!

Unter der Leitung von Prof. Bettina Göttke-Krogmann befassten sich die Studierenden der Studienrichtung Textildesign Thea Brandauer, Michelle Häusler, Lea Maginski, Jieun Oh, Joela Rohlfing, Verena Siebeck, Franziska Weil, Madoka Yamashiro und Bohee Yoon mit der Freundschaft von Benita Koch-Otte zu Gunta Stölzl. Ein reger Briefwechsel zeigt die beiden Bauhäuslerinnen im Spannungsfeld zwischen menschlicher und gestalterischer Selbstbehauptung. Entstanden ist ein vielschichtiges Bild Benita Koch-Ottes aus heutiger, ganz persönlicher Perspektive – umgesetzt in unterschiedlichen textilen Techniken und teilweise realisiert in der Historischen Weberei Egelkraut in Hessen. Der Weg beider, geprägt von Tradition und Handwerk, aber aufgeladen vom Mut der Avantgarde, wird mit den Arbeiten der Studierenden auf schönste beleuchtet.

Zur Eröffnung am Samstag, den 26. September 2026, um 15 Uhr laden wir Sie herzlich ein.

Begrüßung

  • Rainer Robra, Staatsminister und Minister für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt

Einführung in die Ausstellung

  • Manon Bursian, Direktorin der Kunststiftung Sachsen-Anhalt
  • Bettina Göttke-Krogmann, Professorin für Textildesign an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle

In den Worten Benita Koch-Ottes — Lesung aus Briefen

  • Susanne Daubner, Tagesschau-Sprecherin und Mitglied des Stiftungsrats der Kunststiftung Sachsen-Anhalt

Zu Gast ist die Weberin Amala Dhakhwa aus Kathmandu, die an den Knüpfteppichen von Jürgen Dahlmanns federführend gearbeitet hat.

„Meine liebste Otte!“
27.09. – 06.12.2026
geöffnet Mi – So von 14 – 18 Uhr
Eintritt: 5 €, ermäßigt 2 €
Kunststiftung Sachsen-Anhalt
Neuwerk 11, 06108 Halle (Saale)

Eine Ausstellung in Kooperation mit

der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
und denv. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel

Mit freundlicher Unterstützung durch
das Burgarchiv der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle
die Historische Sammlung Bethel,
das Kunstmuseum Moritzburg Halle (Saale),
die LÜBECKER MUSEEN – St. Annen-Museum,
die Neue Sammlung München

Zurück zur Übersicht