AUTONOMIE – KLUB7 & Julia Schleicher in der Leopoldina

Kunst trifft Wissenschaft
Erstmals wird die Jahresversammlung der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina durch künstlerische Positionen bereichert. In Kooperation mit der Kunststiftung Sachsen-Anhalt treten Kunst und Wissenschaft in einen produktiven Dialog – verbunden durch das diesjährige Leitthema der Leopoldina: Autonomie. Ein Begriff zwischen Freiheit und Begrenzung, zwischen Selbstbestimmung und gesellschaftlichen, technologischen sowie ethischen Rahmenbedingungen.
Im „Weißen Haus“, dem Hauptsitz der Leopoldina am Jägerberg in Halle (Saale), sind zwei künstlerische Positionen zu erleben: Die Bildhauerin Julia Schleicher gestaltet mit ihrer Installation „Die Autonomie der Puppe“ die Innenräume mit über dreißig großformatigen Kokons und Insektenpuppen – Sinnbilder von Transformation und Selbstwerdung. Das Kunstkollektiv KLUB7 realisiert im Außenraum die dreiteilige Installation „Kollektive Autonomie“: farbig bearbeitete Baumaterialien, collagiert zu großformatigen räumlichen Arrangements mit Licht- und Soundelementen.
Zur Eröffnung der Installationen am 21.08.2026 laden die Kunststiftung Sachsen-Anhalt und die Leopoldina herzlich ein:
ab 17:00 Uhr – Begrüßung im Garten mit Welcome-Drink
18:00 Uhr – Eröffnung im Festsaal
- Begrüßung durch Prof. Dr. Bettina Rockenbach, Präsidentin der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina
- Grußwort von Rainer Robra, Staatsminister und Minister für Kultur des Landes Sachsen-Anhalt
- Podiumsgespräch zum Thema „Autonomie“ und zu den Kunstwerken, moderiert von Prof. Dr. Charlotte Klonk (Professorin für Kunst und Neue Medien, Humboldt-Universität zu Berlin), mit Prof. Dr. Bernhard Hommel (Leopoldina), Manon Bursian (Direktorin der Kunststiftung Sachsen-Anhalt), Mike Okay und Ingo Albrecht (KLUB7) sowie Julia Schleicher
- Musikalische Umrahmung durch den Kammerchor Hallenser Madrigalisten e.V.
ab 19:00 Uhr – Empfang im Garten mit Speisen und Getränken sowie Führungen der Künstlerinnen und Künstler
19:30 Uhr – Livemusik und anschließend DJ-Set von Loy Bonheur
Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina
Jägerberg 1, 06108 Halle (Saale)
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Besuchen Sie die Installationen vom 24.08. bis 11.10.2026 zu folgenden Öffnungszeiten:
Garten mit Klub7-Installation
geöffnet Mo–Fr von 9–16 Uhr
Garten mit Klub7-Installation und Ausstellung Julia Schleicher im Gebäude
geöffnet an den Sonntagen 30.08., 27.09., 11.10. von 13–17 Uhr
und am Tag des offenen Denkmals, 13.09. von 10–16 Uhr
sowie zu öffentlichen Veranstaltungen
Der Eintritt ist frei.
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Zwischen Kokon und Kollektiv – die Installationen und ihre Geschichten




Fotos oben: Julia Schleicher im Atelier © Matthias Ritzmann / Foto unten: Entwurf zur Visualisierung von „Die Autonomie der Puppe“ in den Räumlichkeiten der Leopoldina © Julia Schleicher
Julia Schleicher – „Die Autonomie der Puppe”
In einem Kokon herrscht scheinbar Stille. Doch was von außen wie Ruhe wirkt, ist in Wahrheit ein hochkomplexer, vollkommen autonomer Prozess: Die Larve reguliert im Inneren alles selbst, unaufhaltsam auf Verwandlung zusteuernd. Genau diesem Bild widmet sich die Bildhauerin Julia Schleicher, die 1983 in Köln geboren wurde und nach einem Studium der Theaterplastik in Dresden an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle Bildhauerei studierte. Für ihre Arbeit erhielt sie u. a. den renommierten Gustav-Seitz-Preis für zeitgenössische figürliche Bildhauerei.
Die Idee zu den Kokons kam Julia Schleicher nachts, als Weiterentwicklung ihrer Arbeit während des Heimatstipendiums im Museum Schloss Moritzburg Zeitz, bei der sie sich intensiv mit geschlossenen Formen wie Fatschen und Wickeln beschäftigte. In der Umsetzung folgt sie diesem Prinzip der Wandlung: Ausgangspunkt sind Styropor-Dummies, die mit Folie und Material beschichtet, aufgeschnitten und neu zusammengefügt werden. Über dreißig dieser großformatigen Kokons und Insektenpuppen wird sie in den historischen Räumen der Leopoldina platzieren.





Fotos oben und unten links: Zu Besuch bei KLUB7 im Freiluftatelier © Matthias Ritzmann / Foto unten rechts: Entwurf zur Visualisierung „Kollektive Autonomie“ im Park der Leopoldina © KLUB7
KLUB7 – „Kollektive Autonomie”
Sechs Künstlerinnen und Künstler, eine gemeinsame Sprache: Seit über zwanzig Jahren entwickelt das Kunstkollektiv KLUB7 – bestehend aus Ingo Albrecht-Hauser, Christian August, Christopher Popkowski, Otto Baum, Daniela Wegner und Mike Okay – eine kollektive künstlerische Praxis, in der sich sechs Positionen kreuzen und gegenseitig vorantreiben. Für die Installation in der Leopoldina hat das Kollektiv unter anderem einer alten Bühnenhintergrundleinwand neues Leben eingehaucht. Im Außenraum der Leopoldina entsteht die dreiteilige Installation „Kollektive Autonomie” – großformatige Arrangements aus vielfältigen Materialien, ergänzt durch Licht- und Soundelemente.
Warum ausgerechnet „Autonomie”?
Die wissenschaftliche Leitung der Jahresversammlung – Prof. Dr. Alexandra Freund (Universität Zürich), Prof. Dr. Bernhard Hommel (Shandong Normal University) und Prof. Dr. Wilhelm Hofmann (Ruhr-Universität Bochum) – hat „Autonomie“ bewusst so weit gefasst, dass sich Disziplinen von der Biologie bis zur Rechtswissenschaft darin wiederfinden:
- Biologische Systeme – Wie entsteht Selbstorganisation in der Natur, vom Zellverband bis zur menschlichen Entscheidung?
- Kultur und Gesellschaft – Wie formen soziale Normen unsere Autonomie – in Protestbewegungen, Identitäten, Demokratien?
- Künstliche Agenten – KI ermöglicht autonome Systeme, mit denen wir koexistieren müssen. Welche Fragen wirft das auf?
- Gesetz und Markt – Gesetze ermöglichen Autonomie und beschränken sie zugleich, etwa zwischen Eigentum und Umweltschutz.
Worauf Sie sich außerdem freuen dürfen
Der Abend im Garten der Leopoldina hat noch weit mehr zu bieten als die Kunstwerke selbst und die Gespräche mit den Künstlerinnen und Künstlern. Auch für die Ohren und den Gaumen unserer Gäste ist bestens gesorgt.
Der Sound des Abends – Zwischen Chorgesang, Songwriting und DJ-Set

Kammerchor Hallenser Madrigalisten e. V.
Ein Ensemble mit langer Tradition: 1963 gegründet, reicht sein Repertoire von Werken der Renaissance bis zu zeitgenössischen Uraufführungen, mit dem A-cappella-Gesang im Zentrum der künstlerischen Arbeit. Unter der Leitung von Tobias Löbner wurde der Chor beim Deutschen Chorwettbewerb 2023 mit dem 2. Preis ausgezeichnet. Regelmäßige Gastspiele führen die Hallenser Madrigalisten u. a. zum Bachfest Leipzig und zu den Telemann-Festtagen Magdeburg.
Foto: Madrigalisten © Anne Hornemann
Hanna Rautzenberg
Mit Hanna Rautzenberg ist an diesem Abend eine Stimme zu Gast, die keine Angst davor hat, Emotionen offen zu zeigen. Ihre Songs erzählen von den Höhen und Tiefen des Lebens – ehrlich, ungefiltert und mit einer musikalischen Handschrift, die Spuren amerikanischer Rock- und Folk-Traditionen mit dem frischen Wind des modernen Pop verbindet. Zwei Jahre lang feilte sie im Studio an ihrem unverwechselbaren Sound, der so rau wie persönlich klingt.
Jetzt schon reinhören: Spotify
Foto: Hanna Rautzenberg © Julia Tiemann


Loy Bonheur
Den Abschluss des Abends prägt ein sorgfältig kuratiertes DJ-Set von Loy Bonheur. Der Sound bewegt sich zwischen ruhigen, meditativen Klängen und tanzbareren Rhythmen – dunkel, hüpfend und oft melodisch in seiner Grundstimmung, dabei nicht auf ein einzelnes Genre festgelegt. So entsteht ein musikalischer Bogen, der sich dem Charakter des Abends anpasst: Mal zurückgenommen und atmosphärisch, mal mitreißender und energiegeladener.
Vorab reinhören: SoundCloud
Foto: Loy Bonheur © Raphael Brückner
Kulinarisch unterwegs im Park der Leopoldina
Für das leibliche Wohl erwartet die Gäste eine bunte Auswahl an mobilen Ständen:
- Eismobil Meloni – erfrischendes Eis für laue Sommerabende
- Kaffee Roy – Kaffeegenuss zum Ausklang des Tages
- Mazonic Falafel – orientalische Snacks
- Babett Mühlstädt (Stadtmühle Allstedt) – mit Zuckerwatte für den süßen Abschluss
