Von Allstedt nach Magdeburg: „JUSTITIA“ im Ministerium
Skulpturengruppe von Luzia Werner als Dauerleihgabe im Justizministerium Sachsen-Anhalt

Mit einer feierlichen Übergabe zog die Installation „JUSTITIA“ der Hallenser Künstlerin Luzia Werner am 7. Mai 2026 offiziell im Ministerium für Justiz und Verbraucherschutz des Landes Sachsen-Anhalt in Magdeburg ein. Zahlreiche Gäste aus Kultur, Politik und Verwaltung begleiteten die Einweihung der Arbeit, die künftig als Dauerleihgabe der Kunststiftung Sachsen-Anhalt im Ministerium zu sehen sein wird.
Begrüßt wurden die Anwesenden von Franziska Weidinger, Ministerin für Justiz und Verbraucherschutz, Manon Bursian, Direktorin der Kunststiftung Sachsen-Anhalt, sowie Daniel Kirchner, Bürgermeister der Stadt Allstedt. Auch die Künstlerin selbst war vor Ort und sprach über die Entstehung und die inhaltlichen Hintergründe der Installation.
Franziska Weidinger zeigte sich erfreut über die dauerhafte Präsentation der Arbeit im Justizministerium und dankte der Kunststiftung Sachsen-Anhalt ausdrücklich für die Leihgabe. Besonders hervorgehoben wurde dabei die unmittelbare Verbindung zwischen dem Werk und dem Ort: Die Installation greife zentrale Fragen nach Recht, Verantwortung und gesellschaftlichem Zusammenleben auf und trete damit in einen direkten Dialog mit einem Haus, in dem Recht gestaltet und verhandelt wird.
Die Skulpturengruppe war ursprünglich Teil des Kunstparcours „Glühende Horizonte“, den die Kunststiftung Sachsen-Anhalt 2025 im Stadtraum von Allstedt im Rahmen der Landesausstellung „Gerechtigkeyt 1525“ realisierte. Ausgangspunkt des Projekts waren die historischen Ereignisse rund um den Bauernkrieg und Thomas Müntzer, dessen Forderungen nach gesellschaftlicher Teilhabe und Gerechtigkeit bis heute nachwirken.
Im Zentrum von „JUSTITIA“ steht die Frage, wie Gerechtigkeit entsteht und wer darüber entscheidet. Luzia Werner interpretiert die Figur der Justitia in vier unterschiedlichen Varianten: Mal friedlich mit Ölzweig statt Schwert, mal suchend und unbewaffnet, mal religiös geprägt oder als widerständige Figur in Bäuerinnentracht mit Mistgabel. Die unterschiedlichen Darstellungen thematisieren zentrale gesellschaftliche Fragen: Ist Gewalt zur Herstellung von Gerechtigkeit legitim? Kann Pazifismus eine Alternative sein? Und wie objektiv kann Recht überhaupt sein?
Ergänzt wird die Installation durch zwei schreinförmige Elemente sowie eine zentrale Palme, die in der biblischen Symbolik einen Baum der Gerechtigkeit darstellt. Die regenbogenfarbenen Blätter verweisen auf Hoffnung, Vielfalt und den historischen Bezug zu den Aufständischen des Jahres 1525.
Mit dem neuen Ausstellungsort verändert sich nun die Wahrnehmung der Installation. Was ursprünglich mitten im öffentlichen Raum auf einer Verkehrsinsel in Allstedt stand, erhält im institutionellen Kontext des Justizministeriums eine zusätzliche gesellschaftliche und politische Ebene.
Andere Kunstwerke wie die „Wolke“ von Julia Schleicher, die „Kapelle der Sehnsucht“ von Lisa Reichmann oder die beiden Halden aus Holz von Daniela Schönemann sind nach wie vor in Allstedt zu besichtigen.
