Am Meer stehen und auf den Horizont schauen (AT)

Im Zentrum des Films stehen Gespräche mit Frauen, die regelmäßig lange Wege zur Arbeit zurücklegen. Einige von ihnen wurden während ihrer täglichen Strecke begleitet – mit dem Auto oder Zug. Der Film spürt den ambivalenten Erfahrungen des Pendelns nach: als notwendigem Kompromiss, als Rückzugsort, als unsichtbarer Belastung.
Visuell setzt sich der Film aus dokumentarischen Aufnahmen der Fahrtwege, atmosphärischen Details und einer eigens entwickelten Soundebene aus Field Recordings zusammen. Ergänzt werden diese durch textbasierte Elemente und rhythmische Strukturen, die wiederkehrende Motive der Interviews aufgreifen.
Der Fokus liegt auf der Entwicklung eines dichten filmischen Konzepts, das die emotionale und gesellschaftliche Dimension des weiblichen Pendelalltags sichtbar macht.
Bei den Recherchen lag der Schwerpunkt auf soziologischen und kulturwissenschaftlichen Perspektiven auf die Pendelbewegungen, auf Mobilitätsverhalten und das Verhältnis von Zeit und Fortbewegung. Sie halfen dabei, Interview fragen zu verfeinern und das übergeordnete Thema zu schärfen. In Einzelgesprächen traf Theresa Münnich neun Pendlerinnen aus der Region, die regelmäßig über längere Distanzen zur Arbeit pendeln. Die Gespräche fanden teils im häuslichen Umfeld, teils unterwegs statt. Im Fokus standen persönliche Beweggründe, emotionale Erfahrungen und körperliche Zustände während des Pendelns. Im Laufe der Recherche zeigte sich, wie sehr das tägliche Pendeln zur Mehrfachbelastung insbesondere für Frauen wird, die neben ihrer Erwerbsarbeit häufig auch Care-Arbeit leisten.
