back to the roots 2.0 (AT) / searching for silence

In ihrem Vorhaben hat die Malerin und Grafikerin ihre bereits existierende Fotoreihe „back to the roots“, in dieser sie mit Langzeitbelichtung, Bewegung des Models und der Bearbeitung der Negative mit einer Rasierklinge während des Entwicklungsprozesses gearbeitet hat, fortgeführt, wobei das Motiv des Kopfes weiter in den Hintergrund getreten ist und die Fotonegative nicht mit der Rasierklinge bearbeitet wurden. Einzelne Körperteile sind auf den schwarz-weißen Fotos erkennbar, doch größtenteils bestehen die Bilder aus schwarzen Flächen, sodass das Motiv des Kopfes nur erahnt werden kann. Dieses Erahnen wird zusätzlich verstärkt durch die Dimension von 1 x 1 m der finalen Abzüge und der Verwendung eines sehr lichtempfindlichen Filmes, der eine starke Körnung aufweist. Sie fotografierte mit einer analogen 6 x 6 Mittelformatkamera. Die Negative wurden entwickelt und danach digitalisiert, um bei den finalen Abzügen ein Endmaß von 1 x 1 m erreichen zu können. Die Fotoreihe besteht aus sieben Bildern, die auf mattes Fotopapier gedruckt und auf Alu-Dibond kaschiert wurden. Durch das matte Papier und die starke Körnung des Filmes erinnern die Fotos an eine Kohlezeichnung oder Druckgrafik. Der Arbeitstitel „back to the roots 2.0“ hat sich während des Arbeitsprozesses geändert. Der finale Titel lautet „searching for silence“ und stellt einen Bezug zur heutigen Sehnsucht nach Ruhe und Stille in einer überfordernden und lauten Welt dar. Die Bilder zeigen den Menschen im Mittelpunkt, aber kaum sichtbar. Der Körper, der Kopf umhüllt von schwarz, von Raum, von Ruhe – zu erkennen sind einzelne Ausschnitte der Körpers – nicht klar zuordenbar – wer sind wir, was brauchen wir, wo ist die Stille? Das Sichtbarmachen von Verletzlichkeit, Isolation und Einsamkeit. Die Sehnsucht nach Zugehörigkeit und Sichtbarkeit.
