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Beleibte Röhren – Schweine/ Pigs

Die Redensart „in die Röhre gucken“ hat seinen Ursprung
vermutlich in der Jägersprache, in der die Röhre für einen Dachsbau steht. Der Dachsbau
ist sowohl für den Jäger als auch für den Jagdhund nicht zugänglich. Wer in die
Röhre gucken muss, hat also das Nachsehen, weil die Beute, der Dachs, schon an
einem sicheren Ort ist. Wenn in Dana Meyers Arbeit „Beleibte Röhren“ das
Schwein „Manfred“ in die Röhre schaut, kann von leer ausgehen keine Rede sein.
Meyer verwendet das Motiv des Schweins als metaphorischen Fingerzeig auf das
Phänomen der Überfettung in Industrieländern. Manfreds Gier führt dem
Betrachter seine eigenen Verfehlungen vor Augen. Darüber hinaus ist das Projekt
als eine Materialstudie zu verstehen, in der mit Stauchung und Streckung
gespielt werden soll. Die Tiere, neben „Manfred“ entstanden während des
Stipendiums „Martha“ und „Hilde“, sind aus geschmiedeten Stahlplatten zusammengeschweißt.
Die Oberflächenstruktur weist Brüche und Öffnungen auf, die Körper sind nicht
ganz geschlossen. Fettwülste überlappen die Stahlrohre, die Körper breiten sich
im Raum aus, sprengen ihn fast.

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