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Erinnerungsbilder

Lisa Reichmann fragte sich in diesem Projekt, was passiert, wenn sie nach über 30 Jahren Orte aufsucht, die sie im Alter von 0 bis vier Jahren regelmäßig beschritt, ob sie sich an Momente, Gesten, Gesichter, Gerüche, Gefühle der damaligen Zeit wohl erinnern würde. Nach Befragung der Eltern, welche Wege sie gemeinsam gegangen waren, reiste sie an ihren damaligen Wohnort Jena, um sie wieder abzuschreiten, machte Notizen und Skizzen. Nur an zwei Orte erinnerte sie sich konkret – so an die Schaukel in ihrem Kindergarten, deren Gerüst noch steht. An das Anstehen davor, bis sie an der Reihe war, an die Absperrung der Schaukel durch eine lange Metallkette. Auch der Johannisfriedhof mit der Friedenskirche, in dessen Nähe sie wohnten, kam ihr bei Sonnenschein vertraut vor, das Gefühl, des „schon mal vor langer Zeit dagewesen zu sein“, stellte sich ein.
Schließlich verdichtete sie die Texte, die auf ihren Ortsbegehungen entstanden waren und bestickte damit ein großformatiges Tuch. Für die Erinnerungsbilder wählte sie Ausschnitte von 20 x 20 cm, um den Bildern das Skizzenhafte, Fragmentarische und Flüchtige zu erhalten.
Lisa Reichmann suchte außerdem nach eigenen Kinderzeichnungen aus der Zeit bis 1988. Sie band drei in die Serie zu den gestickten Bildern ein, die exemplarisch für alle anderen stehen. Insgesamt umfasst die Serie sechs gestickte und drei Kindergartenzeichnungen sowie das großformatige Tuch mit Schrift.



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