Feferle

Im Rahmen ihres Drehbuchstipendiums hat die Grafikerin und Filmemacherin das Storyboard zu ihren surrealistischen Animationsfilm „Feferle“ verfasst, welches sich mit den Themen der Heimatlosigkeit, Entwurzelung und der Identitätskrise befasst. Auf der Suche nach der eigenen Identität und der Herkunft wollte Alica Khaet Recherchereisen nach Švenčionys in Litauen und Rostow am Don in Russland durchführen, die wegen der Maßnahmen zur Eindämmung der durch Corona ausgelösten Pandemie aber nicht stattfinden konnten. Nichtsdestotrotz hat die Künstlerin ausreichend Material durch Telefoninterviews, Online-Recherchen, Familienfotos und persönliche Interviews mit ihren Verwandten und Familienfreunden in Russland, Israel und der USA sammeln können. Der Animationsfilm nutzt die Techniken des Cutout und angezeichnete Frame-by-Frame Animation und handelt von einer fraulichen Figur mit dem jüdischen Kosenamen Feferle (Pfeffer), die in ihrer eignen Traumwelt lebt und sich erst durch den Tod ihres Vaters der Realität stellen muss. Während der Entrümpelung der Gemeinschaftswohnung in Rostow am Don lernt sie Stück für Stück ihre Familiengeschichte kennen. Der Film vereint Dokumentarisches aus der Zeit des Zusammenbruchs der Sowjetunion und die Geschichte der Juden des 20. Jahrhundert in Rostow und Osteuropa sowie persönliche Erinnerungen der Künstlerin.
Der Film war international auf vielen Festivals zu sehen und erhielt 2024 eine Jury Special Mention beim Kurzsüchtig Filmfestival, Leipzig, das Prädikat „Besonders wertvoll“ der Deutschen Film- und Mediabewertung, wurde ausgezeichnet als bester Film beim Beijing Short Film Festival. 2025 bekam Alica Khaet den Newbie Award für das beste Debüt bei den Independent Days Internationales Filmfest Karlsruhe. Außerdem erhielt der Film Jury Special Mention für den Best Animated Short Film auf dem Punta del Este Jewish Film Festival, Uruguay.
