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Harzreise

Der Künstler hat während seiner Arbeitsaufenthalte im
Harz Ideen und Skizzen gesammelt und insgesamt 14 Aquatinta- Ätz- und
Kaltnadelradierungen geschaffen sowie 10 Bleistiftzeichnungen im Format 40 x 50
cm. Parallel sind dazu 18 Gedichte entstanden, welche Reflexionen über die
Existenz und das Geschehene sind. Das Thema seiner künstlerischen Arbeit war die
Auseinandersetzung mit Mensch und Tier. Der Harz mit seinem großen
Facettenreichtum an Eigentümlichkeiten und Bilderwelten, die in ihm die
Empfindung von Leere und Vergänglichkeit hervorrufen, erschien ihm dazu als ein
passender Ort. Der Künstler hat menschliche Wesen im Bildorganismus,
eingekapselt in Naturverfallenheiten und in spielenden Handlungen mit Tieren,
dargestellt. Wichtig war ihm dabei, diese phantastischen Bildwelten möglichst real wirken zu lassen.

„Seit seiner Kindheit besucht der Künstler das Gebirge. Dunkle Täler,
geheimnisvolle Misch- und Nadelwälder, einsame Häuser versetzen den Künstler
wegen seiner überfeinen Sensibilität in eigentümliche Stimmungen. Vergangenheit
wird lebendig, parallele Realitäten erscheinen, die Wirklichkeit schwindet. Für
Braumann ist es, als hätten Landschaft und Orte längst verflossene Tage
gespeichert – sie erstehen ihm wieder, lassen ein Gefühl von Leere und
Vergänglichkeit zurück. Zwanghaft wird der Kampf zwischen Vitalität und
Mortalität durchlebt, das hinter der sichtbaren Realität drohende Grauen.
Menschliche Wesen treffen auf bizarre Gestalten, die die große Tradition
grotesker Bildfindungen wie die Breughels, Boschs und Ensors weiterführen.“

Ines Janet Engelmann, Kuratorin der Stipendiatenausstellung „Follow the Lines!“

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