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Lebensspuren im Hospiz

Daniel Schweitzer begleitete in seinem Projekt elf Menschen fotografisch und führte Interviews mit ihnen. Aus den Gesprächen wählte er Worte aus, die zentrale Erfahrungen und Haltungen der Beteiligten spiegeln, und stellte diese den Fotografien zur Seite. So entstand ein Zusammenspiel von Bild und Text, das die Individualität der Menschen sichtbar macht und zugleich universelle Fragen von Leben und Sterben berührt.

Um die emotionale Dimension seiner Begegnungen zu erweitern, integrierte Schweitzer gestalterische Elemente in seine Arbeiten. Er arbeitete mit Asche, zerrissenem oder geschichtetem Papier sowie mit Linoldrucken. Diese Materialien transportieren Stimmungen und Atmosphären, die sich fotografisch allein nicht einfangen lassen, und eröffnen eine weitere, haptische Ebene. Die finale Umsetzung zeigt Fotografien mit weißem Rand, in die Handschriften, Materialspuren oder malerische Gesten eingewoben sind. Dadurch entsteht ein vielschichtiges Gefüge aus Bild, Sprache und künstlerischer Spur, das Nähe erzeugt und Raum für Resonanz und eigene Deutung lässt.

Im Zentrum der Arbeit steht das Porträt eines Mannes, der einst voller Präsenz und Beliebtheit war und heute vereinsamt auf sein Lebensende wartet. Seine Geschichte bündelt die zentralen Themen des Projekts: Verlust und Wandel, Erinnerung und Vergänglichkeit – und die große, offene Frage nach dem, was bleibt.



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