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Magister Tinius – Verbrecher aus Büchergier. Biographische Collage

In seiner Text-Collage „Magister Tinius“ behandelt der
literarische Biograph Klaus Seehafer das Leben des berüchtigten Bibliomanen
(1764 – 1846) unter biographischen, historischen und psychologischen Aspekten.
Das erste große „Zeitalter des Lesens“ wurde in mehreren europäischen Ländern
von Büchersammlern mitgeprägt, die über ihrer Sucht alles Maß vergaßen.
Kulturhistorisch gibt das Aufschluss über ein völlig neues geistiges Phänomen.
Verständlich, dass ein solches Verhalten viele Menschen ängstigte und sie
Intellektuelle wie den Pfarrer Johann Georg Tinius dämonisierten („Der
Hammermörder“). Als er verhaftet wurde, besaß er rund 40.000 Bücher – die
Mittel dafür hatte er angeblich durch Raub und Mord erworben. Auf Grund von
Indizien kam er 22 Jahr hinter Gitter. Überführt wurde er nie. Gleichwohl war
sich nahezu die gesamte Sekundärliteratur einig, dass Tinius ein Mörder gewesen
sei. Seehafer rollt den Prozess noch einmal auf – und spricht den Geistlichen
am Ende „aus Mangel an Beweisen“ frei. Der Roman ist im März 2013 unter dem Titel „Magister Tinius. Lebensbild eines Verbrechers aus Büchergier“ im VAT Verlag André Thiele in Mainz erschienen.

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