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Ohne Titel – Mikrokosmos Flechte

Die Künstlerin entwickelte ein offenes, experimentelles Konzept, mit dem sie sich den Strukturen und Formen von Algen und Flechten annähern wollte. Ihr Ziel war es, die Eigenheiten dieser Naturmaterialien im Medium Glas sichtbar zu machen und damit eine neue Formensprache zu entwickeln. Dafür plante sie unter anderem Experimente mit Glaspulver und Glasgranulat. Außerdem beschäftigte sie die Frage, wie sich fotografische Verfahren auf Glas übertragen lassen, um neue Bildebenen im Flachglas entstehen zu lassen.

Ausgangspunkt ihrer Arbeit war nicht nur die Faszination für die Vielfalt und Fragilität dieser Lebensgemeinschaften, sondern auch das inhaltliche Potenzial, das Flechten und Algen in sich tragen. Sie strukturierte ihr Vorhaben in drei Bereiche: Recherche, Experimente am Ofen und die Entwicklung von Bildräumen. Zunächst sichtete sie ihre bisherigen Fundstücke, vertiefte sich in theoretische Recherchen und fertigte mikroskopische Fotografien an. Dabei offenbarte sich ihr die erstaunliche Formenvielfalt der Flechten.

Die Idee, diese Strukturen auf Flachglas zu übertragen, stellte sich im Verlauf des Stipendiums jedoch als problematisch heraus. Denn die fotografischen Abbildungen, mit ihrer Möglichkeit zur Abstraktion, erwiesen sich als geeigneter, um die Formenvielfalt wiederzugeben. Die Überlagerungen und Strukturen der Flechten waren so komplex, dass eine eindeutige gestalterische Entscheidung schwerfiel. Deshalb verlagerte sie ihre Experimente zunehmend auf den Umgang mit Glaspulver. Doch auch diese Arbeiten brachten nicht die erhoffte Bildsprache hervor und konnten die Faszination der fotografischen Aufnahmen nicht ersetzen.

So wurde das Stipendium zu einer Forschungsreise in den Mikrokosmos des Glases, die sie schließlich – ausgehend vom Mikrokosmos der Flechten – wieder auf direktem Wege zurück zur Fotografie führte.



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