OLFAKTORISCHE HEIMAT

Im Zentrum von Veronika Raupachs Projekt steht eine begehbare Installation, die sich mit der sinnlichen Erfahrung von Heimat über Gerüche auseinandersetzt. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass sich in der Stadt Halle unterschiedliche Duftwelten überlagern: Aus geöffneten Fenstern treten Alltagsgerüche nach außen, während zugleich die erdigen und krautigen Noten von Gärten, Parks und den Ufern der Saale die Umgebung prägen. So entstehen flüchtige olfaktorische Collagen aus Innen- und Außenräumen.
Die Installation übersetzt diese Eindrücke in eine räumliche Erfahrung. Zwei hintereinander angeordnete Vorhänge bilden einen begehbaren Zwischenraum, in dem sich unterschiedliche Duftwelten überlagern. Besucherinnen und Besucher treten in diesen Raum ein und erleben eine unmittelbare, körperliche Begegnung mit Geruch.
Die verwendeten Aromen verbinden Innen- und Außenräume: Alltagsdüfte wie Kaffee, Textilien, Holz oder Reinigungsmittel treffen auf natürliche Noten von Erde, Pflanzen und Holz. Trägermaterial sind Spitzendeckchen, deren eigener leicht staubiger Geruch zusätzlich eine persönliche, erinnerungsbezogene Ebene eröffnet.
So entsteht eine dichte, sinnliche Komposition, in der sich Innen und Außen, Fremdes und Vertrautes miteinander verweben. Die Installation macht Heimat nicht sichtbar, sondern riechbar – als etwas Vielschichtiges, Emotionales und stets Wandelbares.
