still rushing

Das Projekt still rushing ist eine künstlerische Auseinandersetzung mit Geschwindigkeit, Wahrnehmung und Entschleunigung. Ausgangspunkt war für Mara Niederprüm die Frage, wie sich beschleunigte Wahrnehmung mit der langsamen, zeitintensiven Technik des Stickens verbinden lässt.
Entstanden sind handgestickte Wollbilder auf Kanevas, die Bewegung nicht direkt darstellen, sondern über Material, Rhythmus und den sichtbaren Arbeitsprozess erfahrbar machen. Dabei stickte die Künstlerin in verschiedenen Sticktechniken mit Mohairwolle, deren weiche und voluminöse Struktur den Arbeitsprozess zusätzlich verlangsamte. Durch das gezielte Ausbürsten der Oberflächen entstanden bewegte, unscharfe Bildräume zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion. Wiederholung, Verdichtung und subtile Richtungswechsel prägen die Arbeiten und erzeugen ein Spannungsfeld zwischen Dynamik und Stillstand.
Die größte und zeitintensivste Arbeit des Projekts ist ICE. Ausgangspunkt war die Beobachtung einer Landschaft aus dem Fenster eines Zuges. Vorbeiziehende Bäume lösen sich durch die Geschwindigkeit optisch auf, Konturen verschwimmen und Formen erscheinen fragmentarisch. Diese Wahrnehmung übersetzte Mara Niederprüm in eine gestickte Bildstruktur mit horizontalen Stichrichtungen, Überlagerungen und bewusst reduzierter Farbigkeit.
