Wem gehört der Raum?
Andrea Pichl zu Gast im Rahmen der „Diskursreihe OST“
Architektur ist niemals nur Kulisse. In Häusern, Straßen, Plätzen und Stadtlandschaften schreiben sich politische Vorstellungen, gesellschaftliche Utopien und wirtschaftliche Verhältnisse ein. Was aber geschieht mit diesen Räumen, wenn sich das politische System verändert? Was bleibt – und was wird unsichtbar?
Die Künstlerin Andrea Pichl, geboren 1964 in Haldensleben, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Architektur, Stadtplanung und sozialen Räumen sowie mit den Veränderungen des öffentlichen und privaten Lebens vor und nach der deutschen Wiedervereinigung. In Installationen, Skulpturen, Fotografien und Zeichnungen untersucht sie die oftmals übersehenen Formen unseres Alltags und fragt danach, welche gesellschaftlichen Vorstellungen und Machtverhältnisse ihnen eingeschrieben sind.
Dabei richtet Pichl ihren Blick immer wieder auf Ostdeutschland und die Transformation nach 1989/90. Sie interessiert sich für standardisierte Bauformen und die gebaute Moderne ebenso wie für die wirtschaftlichen und kulturellen Verschiebungen zwischen Ost und West. Was wurde nach 1990 abgewertet, umgebaut oder zum Verschwinden gebracht? Welche Utopien steckten in den Räumen der DDR und was können sie uns heute noch erzählen? Und wie verändert sich unser Blick auf Geschichte, wenn wir nicht nur über sie sprechen, sondern ihre materiellen Spuren betrachten?
Zuletzt setzte sich Andrea Pichl in ihrer großen Einzelausstellung „Wertewirtschaft“ im Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart in Berlin mit dem ökonomischen Transfer zwischen West- und Ostdeutschland und den Folgen der Transformation auseinander. 2026 wurde sie mit dem Ernst Franz Vogelmann-Preis für Skulptur ausgezeichnet. I
m Rahmen der „Diskursreihe OST“ der Kunststiftung Sachsen-Anhalt steht das Gespräch über Ostdeutschland im Mittelpunkt. Gemeinsam wollen wir zuhören, streiten und verstehen, wie Biografien, Brüche und Zugehörigkeiten bis heute nachwirken und welche Rolle Kunst dabei spielen kann, vermeintliche Gewissheiten neu zu betrachten.
Im Gespräch mit dem Journalisten Kevin Hanschke spricht Andrea Pichl über Kunst und Architektur, über Ost- und Westdeutschland, über Transformation und Erinnerung und die Frage, wem die Räume gehören, in denen Geschichte stattfindet.
Wir laden Sie herzlich ein zu einem offenen Gespräch über Kunst, Raum, Herkunft, Transformation und Zukunft.
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„Wem gehört der Raum?“ — Gespräch mit Andrea Pichl im Rahmen der „Diskursreihe OST“
Moderation: Kevin Hanschke
Dienstag, 29. September 2026, 19 Uhr
Einlass ab 18 Uhr
Eintritt: 5 € (kein Vorverkauf, nur Abendkasse gegen Barzahlung)
Kunststiftung Sachsen-Anhalt
Neuwerk 11 06108 Halle (Saale)
