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Ein neuer Sarg für Otto den Großen im Magdeburger Dom

Wettbewerb mit zehn ehemaligen Stipendiatinnen und Stipendiaten

Die Gebeine des ersten Kaisers des Heiligen Römischen Reiches, Ottos des Großen, liegen seit mehr als einem Jahrtausend im Dom zu Magdeburg. Nach seinem Tod im Jahr 973 wurde er dort an der Seite seiner 946 verstorbenen Frau Editha bestattet. Jetzt steht eine aufwendige Sanierung seines Grabes an.
Die Schäden am Grabmal wurden 2024 festgestellt. Der mit einer Marmorplatte bedeckte Kalksteinsarkophag musste geöffnet werden, da er instabil geworden war. Im Inneren befand sich ein hölzerner Sarg mit den Gebeinen Ottos des Großen. Dieser war jedoch schon so stark zerfallen, dass die Gebeine und Reste von Textilien frei lagen.

Deshalb hat die Staatskanzlei gemeinsam mit dem Kulturministerium die Kunststiftung beauftragt, einen einstufigen, beschränkten Wettbewerb für einen neuen Sarg zu starten. Die Gestaltung des neuen Sarges soll den Rang des ersten römisch-deutschen Kaisers widerspiegeln – würdig, aber auch zeitgemäß. Die Aufgabe ist nicht nur ästhetisch herausfordernd, sondern auch materialtechnisch. Nur wenige Materialien kommen aus konservatorischer Sicht infrage, da die Gebeine für die nächsten Jahrhunderte unversehrt in diesem Gefäß überdauern sollen.

Eingeladen wurden zur Teilnahme zehn ehemalige Stipendiatinnen und Stipendiaten: Sawa Aso, Christiane Budig, Anette Groschopp, Hermann Grüneberg, Michael Krenz, Dana Meyer, Julia Schleicher, Stephan Schulz, Silke Trekel und Paula Wolber.

Bis Mitte November 2025 können die Kunstschaffenden ihre Entwürfe einreichen, Ende November 2025 bewertet eine hochkarätige Jury die Vorschläge. Sie empfiehlt einen Entwurf zur Realisierung. Ihr gehören an:
Prof. Dr. Charlotte Klonk (Professorin für Kunst und neue Medien, Humboldt-Universität zu Berlin),
Prof. Dr. Harald Meller (Landesarchäologe Sachsen-Anhalt und Direktor des Landesamts für Denkmalpflege und Archäologie),
Klára Němečková, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden,
Dr. Wita Noack (langjährige Direktorin des Mies van der Rohe Hauses, Kuratorin und Kulturwissenschaftlerin),
Dr. Christian Philipsen (Generaldirektor der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt),
Oberkirchenrat Albrecht Steinhäuser (Beauftragter der Evangelischen Kirchen bei Landtag und Landesregierung Sachsen-Anhalt) sowie
Prof. Dr. Sabine Thümmler (ehemalige Direktorin des Kunstgewerbemuseums Berlin).

Anschließend folgt die Realisierung des Sarges. Mitte 2026, wenn auch die wissenschaftlichen Untersuchungen und die Sanierung des Sarkophags abgeschlossen sind, werden die sterblichen Überreste Ottos des Großen wieder im Magdeburger Dom niedergelegt.

Bereits 2009/10 hatte die Kunststiftung erfolgreich einen Wettbewerb für den Sarg der Königin Editha, der Frau Ottos des Großen, organisiert. Diesen gewann Kornelia Thümmel. Der Sarg ist aus unregelmäßigen Drei- und Vierecken zusammensetzt. Seine Form spielt auf die eines Bergkristalls an. Das Mineral symbolisiert geistige Reinheit und damit die Frömmigkeit Edithas, für die sie gerühmt wurde. Am 22. Oktober 2010 wurde die Gebeine der Königin Editha während eines ökumenischen Festaktes wiederbeigelegt.



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