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Vandalismusfall im Kunstparcours Allstedt – Wiederaufbau in Planung

Lesung und Künstlergespräch im Schlosspark Oberwiederstedt

Der Kunstparcours Allstedt ist ein Projekt, das Kunst in den öffentlichen Raum bringt – sichtbar, zugänglich, mitten im Stadtbild. Dass er damit auch angreifbar ist, hat bereits das vergangene Jahr gezeigt.

Im Frühjahr 2025 wurden die großformatigen Porträtbanner des Fotografen Matthias Ritzmann in der Fabrikstraße und am Markt mehrfach beschädigt: Planen wurden eingerissen und mit Brandlöchern versehen, eines der Banner mit rechtsextremen Parolen beschmiert. Die Kunststiftung Sachsen-Anhalt hat die Schäden jeweils dokumentiert, die Banner repariert oder neu drucken lassen und weitergemacht. Was damals besonders beeindruckt hat: Die Allstedter Gemeinschaft stand dabei nicht abseits. Menschen vor Ort haben mitgeholfen, mitgezogen und ein klares Zeichen gesetzt, dass Kunst im öffentlichen Raum hier willkommen ist.

Nach einem ruhigen Jahr hat der Kunstparcours nun erneut Vandalismus erfahren: Am 13. Juni 2026 wurde eine der beiden Holzskulpturen der Künstlerin Daniela Schönemann mutwillig zerstört. Die kegelförmigen Holzhalden aus Fichten- und Lindenholz, die von geschnitzten Füßen getragen werden, erinnern an die Abraumlandschaften der Region rund um Allstedt. Im Inneren befindet sich ein Megaphon, in das Besucherinnen und Besucher ihre eigenen Wahrheiten hineinrufen können – eine stille Einladung zum Nachdenken über Wahrheit, Erinnerung und Wandel. Eine dieser Skulpturen liegt nun am Boden.

Vorher und nachher: Eine der Holzhalden von Daniela Schönemann im Kunstparcours Allstedt, mutwillig zerstört am 13. Juni 2026

Die Kunststiftung Sachsen-Anhalt hat Strafanzeige erstattet, die Ermittlungen der Polizei sind eingeleitet. Wer Hinweise geben kann, wird gebeten, sich an die zuständige Polizeidienststelle zu wenden.

Aber wie auch beim letzten Mal gilt: Wir machen weiter. Gemeinsam mit Daniela Schönemann wird derzeit geprüft, wie das Werk schnellstmöglich wiederaufgebaut werden kann. Die Erfahrung aus dem vergangenen Jahr hat gezeigt, dass solche Vorfälle in Allstedt keine Resignation auslösen, sondern eher das Gegenteil. Menschen aus der Stadt und der Region erklären ihre Solidarität, helfen praktisch mit und machen deutlich, dass der Kunstparcours ein Projekt ist, das sie als ihres begreifen. Der Kunstparcours bleibt geöffnet.



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