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Über und durch das Wasser gehen

Ein Beitrag zum Kunstparcours "Glühende Horizonte"

Die Architekten Brigitte Häntsch und Peter Arnke von AHM-Architekten, Berlin, haben in Allstedt im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt einen außergewöhnlichen Treppensteg als Teil der Kunstausstellung „Glühende Horizonte“ umgesetzt. Der Steg am Vorwerksteich ist als Verweil- und Veranstaltungsort für den Kunstparcours der Kunststiftung Sachsen-Anhalt gedacht, der am 17. Mai 2025 um 15 Uhr eröffnet wird. Das Kunstwerk ist 10,25 Meter lang und 2,50 Meter breit. „Der Treppensteg bietet Plateaus und Sitzstufen für Akteure und Zuhörerschaft gleichermaßen, die hier ein Angebot zur vielfältigen Aneignung finden“, so Brigitte Häntsch.

Bei der Steg-Konstruktion führen über eine kleine Böschung mehrere Treppen- und Sitzstufen zum Teich hinunter. Den Endpunkt des Stegs bildet ein inselartiges Plateau mit einer Sitzbank. „Die Stegkonstruktion funktioniert wie eine Holmtreppe und ist auf Schraubfundamenten gegründet. In ihrer Höhenentwicklung führt ein Abschnitt mit Gitterrost durch das Wasser und erreicht dadurch die inselartige Wirkung der äußeren Plattform“, erklären Brigitte Häntsch und Peter Arnke. „Die Faltung, das Auf und Ab, könnte auch als Sinnbild für das Leben von Thomas Müntzer gesehen werden. Die Stegachse und Blickrichtung fokussieren auf das Schloss Allstedt, wo der Reformator seine berühmte Fürstenpredigt hielt.“

„Dieser Steg ist nicht nur ein architektonisches Highlight für den kleinen Ort Allstedt, sondern auch ein tolles, begehbares Kunstwerk, das sich optisch, thematisch und sogar praktisch perfekt in den Reigen unseres großen Kunstparcours einfügt“, sagt die Direktorin der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt, Manon Bursian.

Allstedt, die einstige Wirkungsstätte des Theologen und Reformators Thomas Müntzer (1489-1525), wird mit Skulpturen, Installationen und Kunstvermittlungsaktionen in diesem Jahr zum Hotspot zeitgenössischer Kunst. Mit dem Treppensteg der AHM-Architekten gibt es insgesamt 13 Kunstprojekte, die umgesetzt werden. Einen Überblick über alle Künstler und Künstlerinnen finden Sie auf unserer Internetseite. Zu den Highlights gehört unter anderem ein Beitrag der renommierten, kanadischen Künstlerin Rebecca Belmore.

Der Kunstparcours ist ein Beitrag der Kunststiftung zur dezentralen Landesausstellung Sachsen-Anhalt „Gerechtigkeyt 1525“ anlässlich des Gedenkens an 500 Jahre Bauernkrieg und den 500. Todestag von Thomas Müntzer. Der Kunstparcours wird nach der Eröffnung am 17. Mai bis zum 5. Oktober 2025 im Stadtraum von Allstedt zu sehen sein.

Treppensteg:

Planung und Ausführung: AHM Arnke Häntsch Mattmüller Architekten, Berlin, Peter Arnke und Brigitte Häntsch

Tragwerksplanung: Str.ucture, Stuttgart, Dr. Julian Lienhard

Baugrunderkundung und Schraubfundamente: Leichtbaukunst/Helix-Schraubfundamente, Verlbert, Dr. Lars Meeß-Olsohn

Stahlbau: Fa. Kasanit, Sangerhausen

Brigitte Häntsch und Peter Arnke haben Architektur an der Berliner Hochschule der Künste studiert und gründeten 1987 das Büro Arnke und Häntsch Architekten, das seit 2005 zusammen mit Rolf Mattmüller als AHM-Architekten firmiert. Neben der Arbeit im Architekturbüro waren Peter Arnke und Brigitte Häntsch auch langjährig in der Lehre und Forschung tätig, Peter Arnke als Professor für Baukonstruktion im Studiengang Architektur an der Berliner Hochschule für Technik (BHT), Brigitte Häntsch als Professorin für Entwerfen und Baukonstruktion im Institut für Architektur an der Universität Kassel. AHM-Architekten haben unter anderem 2011 für die Kunststiftung Sachsen-Anhalt den Stiftungssitz „Neuwerk 11“ in Halle geplant und damit das ehemalige Wohnhaus von 1923 zu einem Haus für die zeitgenössische Kunst gewandelt. 2012 wurde der architektonische Entwurf bei der Vergabe des Hannes-Meyer-Preises des BDA-Landesverbandes Sachsen-Anhalt mit einer Anerkennung ausgezeichnet.

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