Neues Kunsthaus Ahrenshoop zeigt Ausstellung „Ins kalte Wasser“

Im Neuen Kunsthaus Ahrenshoop wird am Samstag die Ausstellung „Ins kalte Wasser“ mit Werken von drei Stipendiatinnen aus Sachsen-Anhalt eröffnet. „Damit rücken wir ein Netzwerk in den Fokus, das künstlerische Mobilität und Austausch zwischen Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern ermöglicht“, sagte die Direktorin und künstlerische Leiterin des Neuen Kunsthauses Ahrenshoop, Olivia Franke. Die Kooperation der Kunststiftung Sachsen-Anhalt mit dem Künstlerhaus Lukas und damit dem Kunsthaus „steht für die Relevanz von Residenzformaten als produktive Orte temporärer Begegnung, individueller künstlerischer Prozesse und überregionaler Dialoge.“
Vom 1. Juni bis 8. September präsentiert die Schau „Ins kalte Wasser“ drei künstlerische Positionen von Franca Bartholomäi, Christiane Budig und Sarah Schuschkleb, die als Stipendiatinnen am Künstlerhaus Lukas arbeiteten. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Druckgrafik, Zeichnung, Skulptur sowie Schmuck- und Objektkunst und verhandeln Fragen von Materialität, Narration und Körperbezug. Zur Eröffnung am 31. Mai 2025 um 17 Uhr sprechen die Direktorin des Künstlerhauses Lukas, Olivia Franke, und die Direktorin der Kunststiftung Sachsen-Anhalt, Manon Bursian. Die musikalische Gestaltung übernimmt die Violinistin Constanza Martínez. Zeitgleich wird der neu gestaltete Skulpturengarten von Anja Spitzer erstmals öffentlich zugänglich sein.
„Diese Ausstellung zeigt eindrucksvoll, welches künstlerische Potenzial in den unterschiedlichen Stipendienangeboten liegt“, sagte die Direktorin der Kunststiftung, Manon Bursian. „Für Künstler und Künstlerinnen eröffnen sich mit den nationalen und internationalen Stipendien neben den notwendigen finanziellen Freiräumen immer wieder neue Perspektiven und Netzwerke und natürlich Impulse für das eigene kreative Schaffen. Die Aufenthaltsstipendien in Ahrenshoop sind ein herausragendes Beispiel für einen künstlerischen Austausch, von dem alle Seiten profitieren. Das Künstlerhaus Lukas ist sein 20 Jahren für Stipendiaten aus Sachsen-Anhalt ein intensiver und anregender Arbeitsort.“ Die künstlerische Leiterin des Kunsthauses, Olivia Franke, fügte hinzu: „Die Ausstellung Ins kalte Wasser steht exemplarisch für die Praxis der künstlerischen Vernetzung und die Notwendigkeit, kulturpolitische Infrastruktur lebendig und zugänglich zu halten.“
Die Künstlerinnen:
Franca Bartholomäi (1975, Stipendium im Künstlerhaus Lukas 2009) arbeitet mit Holz- und Papierschnitt in einer konsequenten Schwarz-Weiß-Ästhetik. Ihre Bildwelten entstehen in aufwändigen manuellen Prozessen und verbinden kunsthistorische Anklänge mit gegenwärtigen Themen. Frauenfiguren und Tiere stehen häufig im Zentrum vieldeutiger Szenen, die zwischen Märchen, Allegorie und Zeitgenossenschaft oszillieren. In der Verdichtung von Symbolen, Stilen und Epochen eröffnet Bartholomäi präzise komponierte, erzählerische Räume, die der Interpretation bewusst Spielraum lassen.
Christiane Budig (1969, Stipendium im Künstlerhaus Lukas 2024) verbindet Zeichnung, Glasobjekt und Skulptur zu Arbeiten, die aus intensiver Naturbeobachtung hervorgehen – wie etwa Frottagen von Buhnenköpfen an der Ahrenshooper Ostseeküste. Ihre Zeichnungen übersetzen reale Strukturen in imaginative Bildwelten, in denen Vertrautes und Fremdes ineinandergreifen. Auch ihre Glasarbeiten wie Schwelle (2024) thematisieren Übergänge und Spannungen – zwischen Einladung und Abgrenzung, zwischen Materialität und Bedeutung. Budigs Werk schafft stille Räume für Nachdenklichkeit und gesellschaftliche Reflexion.
Sarah Schuschkleb (1985, Stipendium im Künstlerhaus Lukas 2020) arbeitet an der Schnittstelle von Schmuck, Kleinplastik und Objektkunst. Ihre Stücke entstehen im Dialog mit dem Körper – als Träger, Resonanzraum und Gegenüber. Schmuck begreift sie nicht als bloßes Accessoire, sondern als Mittel haptischer Erfahrung und innerer Fokussierung. Ihre Arbeiten befragen das Verhältnis von Nähe und Distanz, von Innen- und Außenwahrnehmung, von emotionaler Aufladung und gesellschaftlichem Verhalten.
Neues Kunsthaus Ahrenshoop und Künstlerhaus Lukas:
Das Neue Kunsthaus Ahrenshoop ist das Veranstaltungsforum für das Künstlerhaus Lukas, eines der ältesten Künstlerhäuser in Deutschland, und bietet Ausstellungen, Festivals, Symposien, Lesungen, Konzerte, Workshops, Filmscreenings, Performances und Workshops. Das Ausstellungsprogramm widmet sich aktuellen Ansätzen künstlerischer Praxis. Zudem finden regelmäßig Führungen, Gespräche mit Künstlern und Künstlerinnen sowie Diskussionsforen statt.
Die Kunststiftung Sachsen-Anhalt vergibt regelmäßig ein Aufenthaltsstipendium für das international agierende Künstlerhaus Lukas. Mit dem Kunsthaus ist das Künstlerhaus Lukas ein wichtiger Ort für zeitgenössische Kunst und den aktuellen künstlerisch-geisteswissenschaftlichen Diskurs.
1894 wurde das Pensions- und Atelierhaus „St. Lucas“ vom Landschaftsmaler Paul Müller-Kaempff (1861-1941) errichtet. Hier arbeiteten vor allem Künstlerinnen, denn damals war Frauen der Zugang zu Kunstakademien noch versperrt. Später diente das Haus als Flüchtlingsunterkunft und Friseursalon, blieb aber immer auch ein Ort für Kunst. 1979 ging das Haus Lukas in den Besitz des Kulturfonds der DDR über und ermöglichte vor allem Künstlern aus dem Theater- und Filmbereich Aufenthalte an der Ostsee. Nach der Wiedervereinigung wurde das Künstlerhaus von der Stiftung Kulturfonds der neuen Bundesländer finanziert. 2006 wurde es vom Land Mecklenburg-Vorpommern übernommen, die Trägerschaft bekam der Verein „Künstlerhaus Ahrenshoop e.V.“.
Die Ausstellung „Ins kalte Wasser“ wurde gefördert von der Kunststiftung des Landes Sachsen-Anhalt. Weitere Förderer sind das Ministerium für Wissenschaft, Kultur, Bundes- und Europaangelegenheiten Mecklenburg-Vorpommern, die Gemeinde Ahrenshoop, der Landkreis Vorpommern-Rügen, die Sparkasse Vorpommern und der Freundeskreis NEUE KUNST HAT FREUNDE.
| Informationen zur Ausstellung „Ins kalte Wasser“: |
| • Neues Kunsthaus Ahrenshoop • Bernhard-Seitz-Weg 3a, 18347 Ahrenshoop • Eröffnung: 31. Mai 2025, 17 Uhr |
| • Laufzeit: 1. Juni bis 8. September 2025 |
| • Mi – Mo 10 – 18 Uhr |
