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Max Klinger -Stipendium

Auf den Spuren von Max Klinger

Bewerbung bis:
19. August 2019

Die Kunststiftung Sachsen-Anhalt schreibt für den Zeitraum November 2019 bis Juni 2020 zwei Arbeitsstipendien für KünstlerInnen aller Sparten aus, die sich mit dem Leben und Werk des Künstlers Max Klinger auseinandersetzen und darauf mit zeitgenössischen Mitteln reagieren möchten. Die Stipendiaten/innen werden angeregt, sich intensiv mit dem umfangreichen Werk Klingers zu beschäftigen und dieses mit eigenen Arbeiten in die Gegenwart fortzuschreiben. Anlass hierfür ist der Todestag Max Klingers, welcher sich am 4. Juli 2020 zum 100. Mal jährt.

Max Klinger ist einer der wohl prominentesten Vertreter des Symbolismus in Deutschland. Sein allumfassendes Werk besteht nicht nur aus Zeichnungen und Druckgrafiken, sondern weist auch Werke der Malerei und Bildhauerei auf. Inspirationsquelle seines künstlerischen Schaffens war dabei seine Fantasie, die er auf außergewöhnliche Art und Weise versinnbildlichte.

Geboren wird Max Klinger am 18. Februar 1857 in Leipzig als Sohn des Seifensieders Heinrich Louis Klinger und dessen Ehefrau Auguste Friederike Eleonore Klinger. Da der Vater selbst gern Maler geworden wäre, unterstützt er die künstlerische Ausbildung seines Sohnes. Nach seinem Realschulabschluss 1873 in Leipzig, beginnt Max Klinger 1874 sein Studium an der Kunstschule in Karlsruhe bei Ludwig des Coudres und Karl Gussow. Klinger folgt Gussow an die Akademie der Künste nach Berlin, wo er zwei Jahre später seinen Abschluss mit „außerordentlich“ absolviert. 1878 entstehen seine ersten „radierten Skizzen“, welche Themen behandeln, die sich immer wieder durch sein Gesamtwerk ziehen: Liebe, Tod und Kunst. In den darauffolgenden Jahren folgen viele Radierzyklen, die einen großen Teil seiner Popularität ausmachen werden. Klinger sucht an vielen Orten nach Inspirationen, u. a. auf Reisen nach Griechenland, England und Holland sowie bei längeren Aufenthalten in Paris, Berlin und Rom. Für sein Werk lässt er sich gern von anderen Meistern beflügeln u. a. Rembrandt, Goya und Rodin. Aber auch Einflüsse aus der Literatur oder der Musik Brahms und Beethovens sind nachweisbar.

Später zieht es Klinger wieder zurück in die Heimat Leipzig, wo er zum Professor an der Akademie der graphischen Künste ernannt wird. 1905 erwirbt er mit Unterstützung von Künstlerfreunden und Mäzenen die klassizistische Villa Romana in Florenz. Noch im selben Jahr initiiert der Deutsche Künstlerbund den Villa-Romana-Preis, um Künstlern, unabhängig von staatlicher Förderung und Ausbildung, dort ein Forum für die künstlerische Produktion zu ermöglichen. Dieser Preis ist ein Gegenmodell zu den Auszeichnungen der staatlichen Akademien und ist heute der älteste Kunstpreis in Deutschland. Zahlreiche KünstlerInnen, die in die Kunstgeschichte der Moderne eingegangen sind – von Max Beckmann über Käthe Kollwitz hin zu Georg Baselitz oder Katharina Grosse – haben in den frühen Jahren in der Villa Romana arbeiten können.

Am 4. Juli 1920 stirbt Klinger in seinem Weinberghaus bei Naumburg, in dem er seine letzten Lebensjahre verbrachte. Sogar seine letzte Ruhestätte findet er hier.

Zeitlebens tauscht sich Klinger mit vielen Künstlern seiner Zeit aus, darunter Max Ernst, Edvard Munch und Käthe Kollwitz, die einmal über Klinger und sein Werk sagte: „Alle Register des Lebens zog er auf, das gewaltige herrliche und traurige Leben fasste er und deutete es uns.“

Die Stipendien werden in Kooperation mit Naumburg und der Villa Romana in Florenz ausgeschrieben. Die Villa Romana wird ebenfalls zwei StipendiatenInnen nominieren, damit das Projekt auch international verortet wird. Im Anschluss an die Stipendien sollen am 100. Todestag Max Klingers, dem 4. Juli 2020, alle entstandenen Arbeiten in der Galerie im Schlösschen in Naumburg, als auch im Radierstübchen, unterhalb des Max-Klinger-Hauses, und im Naumburger gezeigt werden.

Im Rahmen der Stipendien ist ein Aufenthalt an der Akademie Sonneck geplant. Die KünstlerInnen erhalten die Option, während des Stipendiums temporär dort wohnen und arbeiten zu können.

Die Akademie Sonneck liegt oberhalb des Zusammenflusses von Saale und Unstrut – einer Region, über die für zwei Jahrzehnte auch der Blick von Max Klinger schweifte und diesen zu dem Vergleich anregte, die landschaftsbestimmenden Pappeln könne man auch gut als Pinien betrachten und sich dadurch in der Toskana wähnen. Bis 1975 war die Akademie Sonneck ein privates Weingut und Wochenenddomizil. Der Künstlerverband der DDR nutzte diesen Ort danach bis 1989 als Arbeits- und Erholungsstätte für bildende Künstler. Nach der Wende wurde eine Heimvolkshochschule und Akademie gegründet, die bis heute im Bereich der Jugend- und Erwachsenenbildung arbeitet. Die Bildungsangebote profitieren nicht zuletzt auch von der großartigen Lage des Grundstückes und der Möglichkeit, den Blick sprichwörtlich in die Ferne schweifen zu lassen und nicht auf der Stelle zu verharren.

Es ist ein Besuch des Max-Klinger-Hauses, sowie der Klinger-Sammlung im Museum der bildenden Künste (MdbK) in Leipzig geplant, um einen umfassenden Überblick über die Bestände zu Klinger in der Region zu erlangen. All diese Orte und Wirkungsstätten Klingers sollen erkundet werden, um seine Ideengeschichte im eigenen Werk fortleben lassen.

Ein Besuch des Max-Klinger-Hauses und der umfassenden Werksammlung Klingers im MdbK in Leipzig wird auch im Vorfeld der Bewerbung empfohlen.

Art und Umfang der Stipendien
Die Stipendien werden jeweils für die Dauer von acht Monaten vergeben und beinhalten neben einem monatlichen Stipendium in Höhe von 1.000,00 € die Übernahme der Kosten für eine zeitweise Unterbringung der KünstlerInnen in Naumburg, die durch die Kunststiftung organisiert wird.

Voraussetzungen und Bedingungen
Bewerben können sich KünstlerInnen aller Sparten, die ihren Hauptwohnsitz in Sachsen-Anhalt haben und ausgewiesene künstlerische Erfahrung besitzen. Kein Antragsrecht haben SchülerInnen, sowie an einer Hochschule eingeschriebene Studierende und in einer Ausbildung stehende Personen. Die Bewerbung muss einen Lebenslauf, Werkproben aus der künstlerischen Arbeit (max. 10 Abbildungen, A4 max. 100g-Papier, kopierfähig bzw. Leseproben, CDs oder DVDs je nach künstlerischer Sparte), Beschreibung des eigenen künstlerischen Profils und ein Motivationsschreiben beinhalten, aus dem die Gründe für die Bewerbung und Erwartungen an das Stipendium hervorgehen.

Die Verfügbarkeit in der Zeit des beantragten Stipendiums wird vorausgesetzt.

Zeitraum des Stipendiums
November 2019 bis Juni 2020

Auswahlverfahren
Über die Bewerbungen entscheidet der künstlerische Beirat der Kunststiftung. Maßstab für eine Beurteilung ist die künstlerische Qualität der eingereichten Arbeitsproben sowie die Aussagekraft des Motivationsschreibens.

Bewerbungen können bis zum 19. August 2019 (es gilt der Poststempel) in der Landeskunststiftung, Neuwerk 11 in 06108 Halle (Saale) eingereicht werden. Anträge, die per E-Mail eingereicht werden, werden gemäß den geltenden Förderrichtlinien nicht berücksichtigt.

 

 

Max Klinger, Opus IV, Blatt 1: Bär und Elfe, 1881, Reproduktion Stadtmuseum Naumburg
Antragsformular

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